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    Es ist meine Überzeugung, mein Sieg über die Welt, dass ein Mensch, der die Bitterkeit der Verzweiflung noch nicht geschmeckt, die Bedeutung des Lebens verfehlt hat.

Soeren Kierkegaard



Wer kennt sie nicht - die Momente, in denen wir uns traurig, einsam oder niedergeschlagen fühlen? Stimmungstiefs gehören zu unserem Leben - wo Licht ist, da sind auch Schatten. Was aber, wenn die Schatten grösser werden und wir

  • unser Selbstvertrauen ganz und gar verlieren
  • nicht mehr schlafen können
  • uns bleimüde und schwer fühlen
  • uns nicht mehr konzentrieren können
  • die Freude und das Interesse an beinahe allen Dingen verlieren
  • ängstlich und nervös sind oder oft Kopfschmerzen haben
  • Beschwerden wie  Magenprobleme, Kopf-, Rücken- oder andere Schmerzen haben
  • sexuell weniger interessiert sind
  • uns für alles zuerst überwinden müssen oder uns wie gelähmt fühlen

Drei oder mehr dieser Symptome gleichzeitig weisen auf eine depressive Erkrankung hin, sofern sie während mindestens 14 Tagen andauern. Es können auch eine Vielzahl anderer Beschwerden hinzukommen.

Depressionen sind oft auch Ursache von Suizidgedanken oder -handlungen. Die Depression ist individuell, wie der Mensch, der unter ihr leidet. Eine Depression unterscheidet sich von einem Stimmungstief. Wer unter einer Depression leidet, hat grosse Probleme, gegenüber den Anforderungen des Alltags zu bestehen und soziale Kontakte zu pflegen. Nicht selten sind teilweise oder gänzliche Arbeitsunfähigkeit die Folge. Dies verursacht zusätzliche Minderwertigkeitsgefühle - ein Teufelskreis

.


Bei der manisch-depressiven Krankheit (auch bipolare Störung genannt) wechseln sich depressive Phasen mit Phasen des Hochgefühls und der übermässigen Aktivität ab. Betroffene haben das Gefühl, sich alles zutrauen zu können, agieren unüberlegt und kommen nie zur Ruhe. Solche Phasen der Selbstüberschätzung können schwerwiegende soziale und/oder materielle Probleme zur Folge haben.



Die Ursachen einer Depression sind nicht vollumfänglich geklärt. Mögliche Auslöser einer Depression können anhaltender negativer Stress, belastende Lebenssituationen, traumatische Kindheitserlebnisse, Mobbing, Arbeitslosigkeit, der Tod eines geliebten Menschen, Alkohol- und Drogensucht und weitere Gründe mehr sein. Auch eine erbliche Komponente kann bei der Erstehung der Krankheit eine Rolle spielen.



Viele depressive Menschen halten sich nicht für krank, sondern für Versager. Dabei ist die Depression eine medizinische Krankheit - wie zum Beispiel ein Herzinfarkt oder die Zuckerkrankheit. Viele Fachleute vermuten heute, dass für eine Depression unter anderem ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn (sog. Neurotransmitter) verantwortlich ist. Mit wachsendem Erfolg werden in der Therapie deshalb auch Medikamente eingesetzt, welche dieses Ungleichgewicht im chemischen Haushalt des Gehirns wiederherstellen. 



In den westlichen Industrieländern leiden ca. 20 % der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression. Die Krankheit erscheint in vielen Formen und ist daher oft nur schwer zu erkennen. So klagen Menschen gelegentlich über körperliche Probleme, die keine medizinische Ursache zu haben scheinen. Auch wenn Menschen ständig besorgt, ängstlich oder reizbar sind, könnte dies ein "verschleiertes" Zeichen für eine Depression darstellen. Ein Vielfaches des dadurch verursachten Leidens könnte mit einem raschen Erkennen und Anerkennen des Krankheitszustandes und einer richtigen Behandlung vermieden werden.



Die Gesellschaft ist noch stark in alten Denkmustern verhaftet. Eine breite Aufklärung über psychische Krankheiten ist notwendig. Helfen Sie durch ihre Unterstützung und ihre eigene Offenheit mit, Tabus und  Stigmata abzubauen. Helfen Sie - damit Menschen mit Depressionen wieder ans Licht gelangen.



Sobald die Menschen im Umfeld des Betroffenen akzeptiert haben, dass die Depression eine sehr vielfältige aber "normale" Krankheit ist, öffnet sich der Weg zu Befreiung von Schuld und Scham. Der Kranke hat eine viel grössere Chance, gesund zu werden.



Es ist wichtig, dass Betroffene wissen,

  • dass Depressionen behandelbar sind
  • dass sie keine Versager sind, sondern eine medizinische Krankheit haben
  • sich an ihren Hausarzt oder an einen Arzt ihres Vertrauens wenden
  • ihre Probleme nicht mit sich herumtragen, sondern ihren Angehörigen mitteilen und/oder in einer Selbsthilfegruppe diskutieren 
  • Geduld mit sich selber haben und während der Depression nicht zu viel von sich erwarten.

Es ist ebenso wichtig, dass Angehörige wissen

  • dass eine Depression eine medizinische Krankheit ist und nicht einfach eine Schwäche
  • Geduld aufbringen und Verständnis für diese schwierige Lebensphase zeigen, depressionsfördernde Verhaltensweisen und Lebensformen verändern müssen und darauf achten, dass ihr eigenes körperliches und seelisches Wohl nicht zu kurz kommt

.


  • der Hausarzt
  • ein Facharzt oder Psychologe Ihres Vertrauens
  • Psychologische Beratungsstellen
  • Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen
  • Psychosoziale Beratungsstellen
  • Sozialpsychiatrische Dienste





  • Schweiz:        Tel. 147  www.tel-143.ch
  • Deutschland:  Tel. 0800 -111 0 333 bundesweit, wochentags 15 -19 h


Quellen: www.depressionen.ch und www.kompetenznetz-depression.de