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       "Manchmal kommen Grenzen dazwischen" 
 · Gedichte und tagebuchartige Geschichten ·

mit einem Vorwort von Prof. Daniel Hell, Zürich.

ASARO Verlag, D-28870 Ottersberg,
September 2002,
ISBN 3-934625-26-6, 96 Seiten, CHF 18.10, € 9,90




Ist es ein Zufall, dass sich viele Künstler, gerade auch Schriftsteller und Lyriker, besonders gut mit Depressionen auskennen? Oder kann im Gegenteil die künstlerische Darstellung oftmals auch als Versuch verstanden werden, einem erfahrenen Leiden Ausdruck und Bedeutung zu geben?


Die vorliegenden Texte von Markus P. Baumeler zeugen von einer Annäherung an die Alltagswelt, die das Vorhandene neu sehen lässt, gerade weil es der gewohnten Verklärung misstraut. So konzis und knapp die einzelnen Texte auch gehalten sind, strahlen sie eine Dichte und Weite aus, die in den fein säuberlich geordneten Buchstaben und Sätzen nur ihren Ausgang findet.


Markus P. Baumelers Kurzprosa und Gedichte sind nicht larmoyant. Sie beklagen nicht, was unwiederholbar verloren ist. Sie beschönigen weder Schmerz, Erschöpfung noch durchgemachten Frust. Doch sie atmen ein Stück Freiheit und lassen Raum für eine Sichtweise, die durch Enttäuschung illusionsärmer, aber nicht weniger zukunftsgerichtet ist.

Prof. Dr. med. Daniel Hell




Sensibel und treffsicher. Grenzen schneiden Wege ab, eröffnen aber vielleicht plötzlich ungeahnt neue. Alles stürzt zusammen, aber es gibt vielleicht Neuaufbau. Diese Hoffnung, die in Markus P. Baumelers Sprache weit über das nur Subjektive hinausgeht, ist roter Faden durch dieses Buch. Die Depression zwinge den Menschen, zu sich und der Welt ein neues Verhältnis zu suchen, formuliert es der Zürcher Psychiater Prof. Daniel Hell in seinem Vorwort. Baumeler hat sich bei dieser Suche auf das Schreiben gestützt, hat Sprache gefunden, nicht nur für sein Leiden, sondern für die Möglichkeit neuer Wege, neuer Sichtweisen und neuer Bezugnahme zur Mitwelt. Die Krankheit hat dem Autor Mut zur eigenen Sensibilität gemacht. «Die Texte zeugen von einer Annäherung an die Alltagswelt, die das Vorhandene neu sehen lässt, gerade weil es der gewohnten Verklärung misstraut», beschreibt nochmals Daniel Hell den Wert des Buches. Depression ist nicht das zentrale Thema, auch wenn Markus P. Baumeler sie nicht zuletzt durch das Schreiben besser verstehen will und besser versteht, ihre Gefahr, aber auch ihr Potenzial. Im Buch finden sich Texte, die eine genau beobachtete Seelenlandkarte im Zustand der Depression zeichnen, die aber gleichzeitig die Wege nach draussen schon in sich zu tragen scheinen, oder jedenfalls die Hoffnung auf diese Wege, eine keinesfalls trügerische, sondern eine fein aufscheinende und reale. In «Manchmal kommen Grenzen dazwischen» gibt es Gedichte, kurze Geschichten, auch «Wahrsprüche», sensible «Weisheiten», und oft bedient sich der Autor der Fabel oder Parabel. Märchenhaftes und bisweilen ein feines Lächeln durchziehen nicht wenige Gedanken, die der Autor hier festhält. Für jede Situation scheint er die adäquate Form zu finden. «Gedanken, die öffnen, täten Not», wünscht sich der Autor als Motto. Er hat sie. Über sich, und mit geschärfter Sensibilität auch für andere, über und für seine Umwelt. Markus P. Baumeler vermittelt Antrieb, für andere zu schreiben, den ihm seine Seelenlage durch die Entdeckung des eigenen Worts gibt.






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