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           So nah und doch so fern

Manchmal
ziehe ich
leinwandgleich

das Meer
zwischen mich
und das Leben.

Dann schwimme
ich träumend
davon.

© Kerstin Wiegand
06.03.2004
                                     


                       Atemnot

                     Manchmal
        scheint meine Haut
 nach innen zu wachsen.

                 Dann wird es
                     eng in mir.

        © Kerstin Wiegand
                   08.03.2004
       
                            






  
 















            Mein Blick,
tief in deine Augen,
findet den Weg
in dein Herz.

Ein
einziger Blick,
und wir verstehen
uns - ohne Worte.



Text und Bild:
© Kerstin Wiegand
2002














Entsprang er dem Nichts, der Fluss in meinen Gedanken? Ich entsinne mich nicht, nur seiner verschiedenen Gesichter und Hinterlassenschaften. In winterlicher Starre sah ich mich mit ihm erfrieren, entfloh meinem Körper und spürte keinen Drang nach Rückkehr, Gefühle im Tiefschlaf, nur noch Leere und Dunkelheit. Sekunden währten zur Ewigkeit, ... bis das Frühjahr neues Leben in warmfarbigem Licht gebar. Lebensgeister durchdrängten sogleich jede Zelle und sorgten für offene Augen, Schmetterlinge vor marmorierten Himmelsbildern. Tief in mir empfand ich sehnsuchtsvoll mit allen Sinnen aufgesogene Geborgenheit einer lebendigen Welt.

Mehrere Winter sah ich und einige Sommer. Jeder Tropfen war wie ein Tag, spiegelte Berge und Täler tief im Inneren. Unzählige Tage flossen vorüber. Erwartungsvoll folgte ich ihrem Lauf und gelangte zu einem See, der weit verzweigt über inselartige Erhebungen verfügte. Am Ufer blieb ich stehen und las die Inschrift der Tafel.

"L E B E N" stand dort geschrieben

© Kerstin Wiegand















Beidhändig
teile
ich

das
kühle
Nass,

das
aufgewühlt
blubbernd

den
Weg
frei gibt.

Zug
um Zug
schwimme ich

der
Sonne
entgegen.

Text und Bild:
© Kerstin Wiegand
28.01.2003
            













                                                             Schlaflos

       Sekunden schlagen
      Löcher in die Wände,
        wo einst die Nacht
        ihr Schlaflied sang
    und sternenbunte Seide 
  auf's Herz, das ruhte, warf.

      Die Turmuhr schlägt
       mit dumpfem Klang
          vom Friedhof her.
      Der Ton, er schmerzt,
         legt seelenschwer
das Herz, das wacht, in Ketten.

        © Kerstin Wiegand
              15.09.2004
 














        




















Unverhofft als zweiter Zwilling am 17.04.1972 in Freiberg geboren, heute wohnhaft im sächsischen Erzgebirge, Sozialpädagogin, in schwerer Lebenskrise zum Schreiben gefunden und diesem seit 2001 treu geblieben, weitere große Leidenschaft ist die Fotografie. 


    http://www.anadoria.de