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"Du hast mir heute noch nicht gesagt, dass du mich liebst."
"So! Hast du mir denn heute noch nicht in die Augen geschaut?"


                                                 
                                                           
                                         Bild und Text © Otto Lenk















              Meine Schaukel trägt mich leise
zartbitterschwebend hin und her
Wie ein Windhauch flüstert sie
Melancholie, Melancholie

Die Tränen schenkte mir das Leben
Es fragte mich tagein tagaus
Wie fühlst du dich in deiner Seele
wie fühlst du dich in deiner Haut

Zartbitter schmecken meine Tränen
wie Blut so träge fließen sie
Fast zärtlich flüstert meine Trauer
Melancholie, Melancholie

"Einsamkeit" © Usula Holli
    
© Otto Lenk















                                                   ...und manchmal XIV

    ...und manchmal
 legt sich Melancholie
       über die Stille
      und ich bin mir
          ganz nah

       © Otto Lenk
                                            
                                        
















Omas Geist ist schon so weit weg, dass wir sie nur noch mit Fragen nach der Vergangenheit in eine vergangene Gegenwart zurückholen können. Am schlimmsten die Augenblicke der Erkenntnis. Tränen spülen die Trauer über das verlorene Heute hinweg. Kurze Zeit später ist alles Vergessen. Habe Angst vor dem Moment, wenn ich vor ihr stehe, und in ihren Augen die Frage „Wer bist du?“ lesen werde.
Abends setzen wir uns zusammen, reden über alte Zeiten. Dann blüht sie auf! Bei Bier und einem Korn erzählt sie uns die alten Geschichten. Wir kennen sie und die Pointen. Aber wir lachen mit ihr und sind traurig, wenn sie von Abschied und Krieg erzählt.
Ihr Mann war Schuhmacher und sie hatten sich schon ein kleines Geschäft gekauft. In Schlesien, ihrer Heimat. Dann kam der Krieg. Omas Kinder können sich nicht an ihren Vater erinnern. Sie waren zu klein, als er fiel.
Omas Leben ist eine Endlosschleife der Vergangenheit. Ihr Geist verlässt uns Stück für Stück. Eine andere Art des Sterbens.


die gegenwart nur noch ein stummes ahnen
kaum wahrnehmbar im laufe ihrer welt
verliert sie sich in alten zeitspiralen
gleich einer sanduhr, die nach oben rinnt

borgt sie sich totes leben
verlacht alles was ist
aus angst, dass sie daran zerbricht

verschließt sie ihre augen
-bin nicht da-
und ihre welt ist wunderbar

© Otto Lenk















etwas fehlt.
raum
zwischen
herz und seele.
sitze
am tisch.
schreibe
mit weißer tinte
auf weißes papier.
ich müsste schreien,
weinen,
doch nichts.

bin nicht da.
weder hier
noch dort

grenzenlos
ist anders
              
                                                                                         Text und Bild © Otto Lenk















Ich liebe dich Grand Canyon tief und Mount Everest hoch
Ich liebe dich abgründig tief unendlich endlich hoch
Ich liebe dich ganz erdennah und allumfassend weit
Ich liebe dich allüberall unendlich endlich weit
Ich liebe dich tagein tagaus und auch den Rest der Zeit
Ich liebe dich tagein tagaus in alle Endlichkeit
Ich liebe dich so wie du bist und so wie du dich wünscht
Ich liebe dich und deine Welt weil sie mir so gefällt
Ich liebe dich gern über mir und unter mir...und...und
Ich liebe dich, ich liebe dich
Wer sagt, die Welt sei rund?















Geboren am 23.07.57 in Wiesbaden.

manchmal
bin ich
versuche
mein leben
in worte
zu fassen
es zu beschreiben 

mich treibt die angst
vor dem vergessen


      http://www.ottolenk.de